Sie wurden auf Schadenersatz in Anspruch genommen?

Wir verteidigen Sie gegen Schadensersatzforderungen aufgrund von Fehlentscheidungen oder Pflichtverletzungen in Ihrer Tätigkeit als Geschäftsführer, Vorstand oder Aufsichtsrat.

Über die Verteidigung hinaus sorgen wir dafür, dass Ihr D&O-Versicherer die Anwaltskosten trägt - und Sie im Fall der Schadensersatzpflicht von Forderungen freistellt.


Das sollten Sie wissen.

Zum Ablauf und den Kosten

Wie verläuft ein typischer Managerhaftungsfall?

Ein Managerhaftungsfall beginnt meist damit, dass im Unternehmen ein Schaden entdeckt wird, den ein Organmitglied mutmaßlich durch eine Pflichtverletzung verursachte. Im Rahmen der internen Aufklärung versucht das Unternehmen zunächst Grund und Höhe des entstandenen Schadens zu klären und fordert den Entscheidungsträger anschließend schriftlich zur Begleichung des Schadens auf (die sogenannte Inanspruchnahme). Die gesetzlichen Grundlagen hierfür sind § 43 GmbHG (bei der GmbH) bzw. § 93 AktG (bei der AG), nach denen Entscheidungsträger der Gesellschaft Schäden aus Verletzungen der Sorgfaltspflicht zu ersetzen haben. Die Inanspruchnahme löst gleichzeitig den Versicherungsfall unter der D&O-Versicherung aus.

Der in Anspruch genommene Entscheidungsträger ist dann verpflichtet, den Versicherungsfall dem D&O-Versicherer zu melden. Der D&O-Versicherer entscheidet sich nach Prüfung des Falls entweder zur Abwehr der Schadensersatzforderung oder zum Ausgleich des Schadens gegenüber dem Unternehmen (die sogenannte Freistellung des Organmitglieds).

In der überwiegenden Zahl aller Fälle entscheidet sich der D&O-Versicherer zur Anspruchsabwehr. Sofern sich die Parteien nicht außergerichtlich einigen, folgt ein Haftpflichtprozess. Bis zur endgültigen Regulierung des Schadens können dann Jahre vergehen. 

 

Gibt es eine Möglichkeit, die Angelegenheit schnell und geräuschlos zu klären?

Zur Vermeidung eines langwierigen und möglicherweise reputationsschädlichen Prozesses empfiehlt sich die frühzeitige außergerichtliche Einigung unter Einbeziehung aller Parteien (geschädigtes Unternehmen, Organmitglied und D&O-Versicherer).

Wenn ein frühzeitiger Vergleich nicht möglich ist, kann zur Beschleunigung des Verfahrens in bestimmten Fallkonstellationen eine Abtretung des Freistellungsanspruchs durch den Manager an das geschädigte Unternehmen sinnvoll sein. Auch ein Schiedsverfahren verkürzt in der Regel die Schadenregulierung. Gerne diskutieren wir die Möglichkeiten. 

 

Wer zahlt die Abwehrkosten im Haftungsverfahren?

Der D&O-Versicherer ist im Rahmen der Haftpflichtabwehr zur Erstattung der anfallenden Kosten, insbesondere der Rechtsanwaltshonorare, verpflichtet.

Der Pflicht zur vollständigen Übernahme der Kosten versuchen sich allerdings manche Versicherer zu entziehen, indem sie argumentieren, der Umfang oder die Honorare der anwaltlichen Beratung seien nicht angemessen. Wir empfehlen daher die frühzeitige Abstimmung mit dem Versicherer über die Kostenübernahme. 

 

Sind weitere Kosten von der Versicherung gedeckt, zum Beispiel für PR-Berater?

Ob weitere Kosten von der Versicherung gedeckt sind, ist vom Inhalt der individuellen Police abhängig. Moderne Policen enthalten eine sublimitierte Kostenübernahme für die Abwehr von Reputationsschäden. Gerne prüfen wir, welche Leistungen Ihnen zustehen. 


Zu Ihren Rechten und Pflichten

Was muss ich tun, wenn ich ein Schreiben meines (Ex-)Arbeitgebers erhalte, das mich zur Zahlung von Schadensersatz aufgrund einer Pflichtverletzung auffordert?

Durch diese sogenannte Inanspruchnahme ist der Versicherungsfall unter der Managerhaftpflichtversicherung ausgelöst. Sie müssen die Inanspruchnahme also in jedem Fall unverzüglich Ihrem D&O-Versicherer melden, um Ihre Versicherungsansprüche nicht zu gefährden.

Unberechtigte Schadenersatzforderungen sollten Sie mit anwaltlicher Hilfe zurückweisen. Sie müssen nicht warten, bis Ihr Versicherer Ihnen Abwehranwälte zur Seite stellt, sondern können direkt Anwälte Ihres Vertrauens konsultieren. Die Kostenübernahme müssen Sie jedoch mit dem Versicherer abstimmen. Eine möglichst frühzeitige Verteidigungsstrategie - ab Erhalt des Anspruchsschreibens - ist erfolgsentscheidend. 

 

Die geschädigte Gesellschaft hat mir eine Aufhebungsvereinbarung vorgelegt. Muss ich diese unterzeichnen?

Ohne anwaltlichen Rat sollten Sie zunächst keine Vereinbarung mit Ihrem Arbeitgeber unterzeichnen. In vielen Aufhebungsvereinbarungen lauern – oft auch vom Unternehmen nicht beabsichtigte – Fallstricke, die negative Folgen für das Haftungsverfahren mit sich bringen können oder dem D&O-Versicherer Ansatzpunkte dafür liefern, Ihnen den Versicherungsschutz zu versagen. Etliche D&O-Versicherungen bieten hier eine teilweise Kostenübernahme für anwaltliche Beratung an.  

 

Muss ich ein laufendes Haftungsverfahren gegen mich gegenüber einem neuen Arbeitgeber offenlegen?

Nein, sofern Sie im Vorfeld der Einstellung hierzu nicht ausdrücklich gefragt werden, müssen Sie Ihren neuen Arbeitgeber hierüber grundsätzlich nicht in Kenntnis setzen.

 

Muss ich dem Versicherer alle Unterlagen und Informationen geben, die dieser anfordert?

Als versicherte Person müssen Sie dem Versicherer alle angefragten und Ihnen zur Verfügung stehenden Unterlagen und Dokumente bereitstellen – in der Regel selbst dann, wenn die Dokumente vertraulich sind. Kommen Sie ihrer Auskunftspflicht nicht nach, kann der Versicherer ganz oder teilweise leistungsfrei sein.

Sie könnten also ihren Versicherungsschutz gefährden, wenn Sie die Bereitstellung angeforderter Informationen verweigern. Sollten Sie eine Herausgabe bestimmter Unterlagen als problematisch empfinden, ist eine Rücksprache mit Ihren anwaltlichen Beratern dringend empfohlen.

 

Der D&O-Versicherer will einen mir fremden Anwalt mit der Haftpflichtabwehr beauftragen. Muss ich dem zustimmen?

In der D&O-Versicherung existiert grundsätzlich die freie Anwaltswahl. Sofern im Versicherungsvertrag nicht anders vereinbart, ist jedoch die Zustimmung des Versicherers für eine Kostenübernahme bei der Auswahl der Abwehranwälte erforderlich (insbesondere wenn der Abwehranwalt auf Honorarbasis abrechnet).

Wir empfehlen deshalb, frühzeitig aktiv auf den Versicherer zuzugehen, um bei der Anwaltswahl eine für beide Seiten gute Lösung vorzuschlagen. Auch der Versicherer hat ein Interesse an der bestmöglichen Verteidigung des versicherten Managers. Gerne unterstützen wir Sie in der Kommunikation mit dem Versicherer.


Zur Organhaftung im Allgemeinen

Die Ursache des Schadens liegt gar nicht in meinem Verantwortungsbereich. Kann ich trotzdem dafür haftbar gemacht werden?

Ja, denn der Grundsatz der Gesamtverantwortung besagt, dass jedes Vorstandsmitglied die Pflicht für die Geschäftsleitung im Ganzen trägt und dass dieser Allzuständigkeit eine umfassende Verantwortung für die Belange der Gesellschaft gegenübersteht. Aus dem Grundsatz der Gesamtverantwortung folgt eine umfassende Haftung der einzelnen Vorstandsmitglieder.

Auch durch Delegation einzelner Pflichten und Aufteilung der Zuständigkeiten in Ressorts kann keine vollständige Haftungsentlastung erzielt werden. Eine Haftung für eigenes Verschulden wegen Verletzung der Kontroll- und Überwachungspflichten fremder Ressorts bleibt trotz Delegation der Handlungspflichten bestehen.

Aufgrund der gesamtschuldnerischen Haftung von Vorständen und/oder Aufsichtsratsmitgliedern kann eine Streitverkündung gegenüber anderen Organmitgliedern Teil einer erfolgreichen Verteidigungsstrategie sein. Häufig hatten beispielsweise Aufsichtsratsmitglieder Kenntnis von Entscheidungen und Handlungen des Vorstands und könnten sich dadurch gegebenenfalls ebenfalls schadensersatzpflichtig gemacht haben.

 

Wann verjähren mögliche Ansprüche gegen mich?

Ersatzansprüche gegen den Geschäftsführer einer GmbH verjähren regelmäßig nach fünf Jahren. Für Vorstände börsennotierter Aktiengesellschaften gilt eine verlängerte Verjährungsfrist von zehn Jahren (für andere Aktiengesellschaften fünf Jahre). Die Verjährung beginnt unabhängig von der Kenntnis der Gesellschaft mit Anspruchsentstehung, das heißt grundsätzlich frühestens mit Eintritt des Schadens dem Grunde nach.

 

Muss das Unternehmen nicht beweisen, dass ich eine Pflicht verletzt habe?

Im Haftungsprozess liegt die Darlegungs- und Beweislast für den Schaden und dessen Verursachung durch pflichtwidriges Verhalten bei der geschädigten Gesellschaft. Der Manager muss dann darlegen und beweisen, dass er seinen Sorgfaltspflichten nachgekommen ist und ihn kein Verschulden trifft.

Diesen Beweis zu führen, ist in der Regel herausfordernd. Schon einfache Fahrlässigkeit führt zu einer unbegrenzten Haftung des Entscheidungsträgers.

 

Steht eine Inanspruchnahme auf Schadensersatz einer Weiterbeschäftigung beim geschädigten Unternehmen entgegen?

Nein. Verschiedene Versicherungsgesellschaften betrachten die Weiterbeschäftigung zwar als Indiz für eine „freundliche“ Inanspruchnahme, also für einen möglicherweise fingierten Versicherungsfall. Tatsächlich aber steht einer Weiterbeschäftigung weder aus haftungs- noch aus versicherungsrechtlicher Sicht grundsätzlich etwas entgegen, wie auch der BGH auf unser Betreiben hin klargestellt hat.

Haftpflichtversicherungen haben im Gegenteil gerade ihren Zweck darin, die Beziehung zwischen Schädiger und Geschädigten trotz des Schadenfalls aufrecht zu erhalten. Allein wegen einer Pflichtverletzung muss das geschädigte Unternehmen einem Manager also nicht zwingend kündigen.

Sie haben eine weitere Frage zur Managerhaftung oder D&O-Versicherung?

Kontaktieren Sie uns unverbindlich.


In guten Händen.

Eine Inanspruchnahme auf Schadensersatz kann berufliche und finanzielle Existenzen zerstören.
Vertrauen Sie deshalb Ihren Fall Menschen an, die sich damit auskennen.

Organhaftung und D&O-Versicherung sind seit mehr als zehn Jahren unser Tagesgeschäft. Viele medienwirksame Managerhaftungsfälle der letzten Jahre haben wir rechtlich begleitet.  Wir haben für versicherte Unternehmen und ihre Manager richtungweisende Entscheidungen des Bundesgerichtshofs herbeigeführt.

Das sagen andere über uns:


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